Bierkultur: Internationales Bierfestival in Berlin 2000

 

Daß sich die Pilsberatung auch international weiterbilden will, bewies sie am 7. August 2000. An diesem Tag war in Berlin das 4. Internationale Bierfestival. Aus verschiedenen Gründen war aber nur die TU- Vertretung der Pilsberatung vor Ort. Aber trotzdem sollen die Eindrücke an dieser Stelle weiter gegeben werden.
Nachmittags, gegen 15 Uhr, nahmen wir die 1,6 Km vom Frankfurter Tor in Angriff. Gleich zu Beginn wurde uns klar: Wenn wir hier ein paar Bier mehr trinken wollten, dann würde das wohl ein teurer Spaß werden: mindestens 5DM pro Liter, zzgl. 5DM Glaspfand. Einerseits ein Nachteil, andererseits ein Vorteil, denn dann konnten wir auch noch die Qualität der Biere beurteilen.
Als erste Biere wurden zwei aus einer Gasthausbrauerei (10hl Ausschlagwürze) in Zwönitz verkostet- ein Pils und ein Dunkles. Beide sehr aromatisch, feinperlig in der Rezenz- gut. Da wir nun ein paar Meter mehr in die Festivalstraße eingedrungen waren, mußten wir auch feststellen, daß noch viele andere Leute die selbe Idee wie wir hatten und auch zum Bierfestival schlenderten. So mußte man hin und wieder längere Wartezeiten an den leider recht engen Wegen in Kauf nehmen. Die Wege waren aber meist bei kleineren Brauereien besonders voll- und die großen, wie Warsteiner, Diebels und Jever hatten über Arbeitsarmut zu klagen. Es muß aber gesagt werden, daß die Aufmachung des Jever-Standes uns vielleicht am meisten auf der gesamten Strecke gefallen hat: Jever hatte ein eigenes "Dorf", mit Ortseingangsschildern, Lokal etc.. Wirklich nett!
Als nächstes sollte ein Dampfbier verkostet werden. Einfach Klasse! Zwar fragten wir nach den Besonderheiten in der Herstellung; das Einzige, was wir in Erfahrung bringen konnten, war, daß das Malz nach dem Darren noch einmal mit Dampf (Wasserdampf)behandelt wird. Kann man ja auch niemandem verübeln, daß er so gute Rezepte nicht verrät! Inzwischen fiel uns ein russischer Bierstand auf. Ein Kühlschrank mit Glastür, daran ein Schild: Nur 12 Flaschen! Mhm, der Preis für eine solche sollte 25 DM betragen. aus diesem Grund entschieden wir uns gegen eine Verkostung, und der damit verbundenen Flasche. Nun sollte es auch endlich mal etwas internationaler werden. Und dafür sorgte eine Dereb - ein Schwarzbier aus Böhmen. Sehr schön kräftig, angenehmer Geruch, gute Rezenz, kräftiges Hopfenaroma. Da Böhmen nun doch noch nicht soweit von Deutschland entfernt ist, wurde als nächstes Bier eines aus der Mongolei getrunken. Naja, Bier. Sonst aber wirklich nichts Besonderes! Aber da das Bier aus einer Flasche getrunken wurde, hat der Bierkeller jetzt auch eine Flasche aus der Mongolei! Das vorerst letzte Bier, das verkostet wurde, war ein Pils aus Fürstlich Drehna (eine Brauerei, in der Fausti schon einmal als Praktikant gearbeitet hatte). Von der Sache her ein recht gutes Bier, aber dann doch etwas schal.
Nun wurde erst einmal eine Auszeit genommen- wir nahmen Abendbrot zu uns.
Gegen 20.30Uhr waren wir wieder, verstärkt durch Oliver, auf der Meile. Nun war man eigentlich mehr darauf aus Spaß zu haben. Und deshalb tranken wir dann, bis auf ein Rauchbier aus Bamberg, welches doch etwas zu sehr nach Rauch schmeckte, nur noch Biere aus "Luxusdurst". So z.B. ein ICE-CAP (wohl mit Gletscherwasser gebraut - Oliver ist davon total begeistert), oder in einem Biergarten ein Löwenbräu Pils. Nun ging der Veranstaltungsabend aber langsam seinem Ende entgegen. Viele Stände waren bereits abgebaut, andere hatten noch zu tun. Und bei Schneider Weisse bekamen wir dann, nachdem wir jeder ein Bier gekauft hatten, zwei große Werbeplakate. Da war die Freude natürlich sehr groß!
Als Resümee läßt sich sagen, daß die Biermeile, obwohl recht teuer, trotzdem sehr gelungen war. Positiv ist auf jeden Fall zu bewerten, daß es eigentlich keine extrem Betrunkenen am Sonntag zu sehen gab. Das Rahmenprogramm, sowie Tausch- und Sammlerbörsen, waren auch ansprechend, so daß die Pilsberatung auch im nächsten Jahr sicher wieder von der Partie sein wird (vielleicht sogar mit einem eigenen Stand?)!

 

 

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